Fatbike-Tour, Teil3, 2. Tag

Teil 3, Tag 2

Langsam und zäh drehen sich die Räder im Sand. Der Schweiß läuft mir in langsamen Tropfen den Oberkörper hinunter. Dann bin ich oben. Vor mit eine unendliche Landschaft, das Traumbild einer Wüste. Es ist eine Tour, die im Herzen Namibias beginnt und an den Atlantik führt. Es ist ein Test, ob Fatbikes wirklich halten, was sie versprechen. Denn härter als in den Dünen der Namib-Wüste kann man sie nicht testen. Dumm nur, wenn man Fatbike-Neuling ist.
2. Tag (Teil 2 von 2)
„Nur noch um diesen Felsen“, sagt Leander: „Links dahinter ist das Camp.“ Yvonne legt einen Sprint ein. Ich wundere mich. Ein bisschen früh, denn „dieser Felsen“ dürfte weitere drei Kilometer und 200 Höhenmeter entfernt sein. Plötzlich ist sie Zweite hinter ihrem Mann Ralf, der sich ohnehin jetzt schon als der Stärkste aller Fahrer erweist. Doch nach dem Fels geht es ihr wie uns anderen. Das Camp ist noch einen weiteren Kilometer und nochmals 100 Höhenmeter entfernt. Irgendwann reichts. Ich will jetzt nur noch sitzen – und das Zischen beim Öffnen einer kalten Bierdose hören.
Doch dann bin ich im Ziel, Yvonne hat tatsächlich den letzten Hügel auch noch als Zweite absolviert und ich sinke einfach auf den staubigen Boden. „Der erste Tag könnte der härteste gewesen sein“, sagt unser Guide Leander – ich glaube ihm kein Wort. Ich habe mir die nächsten Bike-Etappen in der Ausschreibung genau angesehen du mir ist jetzt schon eines klar: Ganz sicher wird jeder Einzelne noch an seine persönlichen Grenzen stoßen. Ich habe jetzt wirklich ein bisschen Bedenken vor den nächsten Tagen. Ich füchte, das wird noch härter, als die Sambia-Kapstadt-Tour meines „Wüstenblues“-Buches.
Nur gut, dass unsere beiden Fahrer Chakkal (Schakal), und Sigi aus Bayern, zusammen mit Asi, dem „Mann für alles“, das Camp bereits aufgebaut haben. Wir werden unter einem breiten Baum nächtigen, einer der beiden Jeeps hat unsere persönlichen Pop-Up-Zelte, der andere vor allem die Verpflegung und das Wasser mit im Gepäck. Denn auf den nächsten 350 Kilometern gibt es nichts, gar nichts. Und die einzige Verbindung in die Außenwelt ist ein Satellitentelefon. Die Idee, die Tour alleine
und ohne Begleitfahrzeug zu machen, haben schon viele Extremsportler aufgeben müssen. „Es gibt nur ein einziges Problem, das eine solche Tour verhindert“, sagt Leander: „Du kannst nicht so viel Wasser mitschleppen, wie du brauchst.“
Der Sonnenuntergang ist gewaltig. Eine riesige Ebene erstreckt vor uns, und am Horizont geht die Sonne so unter, wie sie nur in Afrika untergeht. In einem leichten Sand- und Staubdunst, der das rote Licht und den rötlichen Sand der Wüste Namibias wie eine Traumwelt erscheinen lässt.
Weitere Touren von Gerhard von Kapff finden Sie auf dieser Seite, aber auch auf www.abenteuer-zum-nachmachen.com. Zusätzliche Infos sind auf der Seite www.abendsonneafrika.de zu finden.
Teil 3 folgt in den nächsten Tagen.

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