Fatbike-Tour durch die Namib-Wüste. Dornen, Dünen Muskelschmerzen.

3. Tag (Teil 1)IMG_2016
Ausschlafen ist auf einer Tour wie dieser nicht drin. Es sei denn, wir wären früh ins Bett gegangen, was sich nach den unerwarteten Strapazen des ersten Fatbike-Tages auch angeboten hätte. Da Vernunft und Realität aber bekanntermaßen zwei ungleiche Konkurrenten sind, haben wir die eiskalten Biere aus unserer Kühlbox noch lange am Lagerfeuer genossen.
Das Zelt, jeder hat ein eigenes, ist durchaus ein kleiner Luxus. Zum einen ist es relativ geräumig und zum anderen bleibt immerhin ein Rest von Privatsphäre. Die ist ansonsten sogar beim Toilettengang abseits des Camps nur mit etwas Mühe zu finden. Mitgebrachte Camping-Toiletten gibt es nicht. So bleibt nur der Gang in die Wüste. Und wer mit schwerem Schritt in Richtung Horizont aufbricht, in der Hand eine Rolle Toilettenpapier, in der zweiten eine Schachtel Zündhölzer, gibt, naja fast, ein romantisches Bild ab. Die Zündhölzer sind für das Papier. Es soll nichts zurückbleiben in der Wüste, was nicht mit der Zeit ohnehin verschwindet. Also wird aus dem Toilettenpapier Asche. Wozu allerdings ein wenig Geschick notwendig ist – und was durchaus zu kuriosen Situationen führt. Ein kurzer Windstoß vor dem Anzünden, und der Wildwest-Romantiker jagt ziemlich würdelos seinem benutzten Toilettenpapier durch die Wüste nach.
Es ist noch dunkel, als wir aufstehen. Frühstück ist um 6.30 Uhr, bis dahin muss alles gepackt sein. Eine halbe Stunde später soll es losgehen. Je früher wir aufbrechen, umso kühler ist es noch. Das Ziel ist, möglichst am frühen Nachmittag anzukommen und der Tageshitze zumindest weitgehend aus dem Weg zu gehen. Aber muss es denn soooo elend kalt sein? Fünf Grad!
Ohne meine speziellen Bike-Armlinge und einem dünnem Pullover würde es schnell unangenehm werden, auch wenn sich jetzt die Sonne langsam über dem Horizont erhebt. Wir biken los. Mit etwas weniger Luft in den schlauchlosen Reifen, denn auf den 70 geplanten Kilometern sind die ersten Sanddünen, die zu überwinden sind. Wir freuen uns schon darauf, dass wir nun erstmals austesten können, ob die Fatbikes wirklich auch im Sand funktionieren.
Allerdings dauert es ein wenig, bis die gestern doch ganz gewaltig geschundenen Muskeln warm werden und die Schmerzen des Muskelkaters verschwinden.
Gute 15 Kilometer lang kommen wir auf dem recht harten Untergrund gut voran. Störend sind nur die nun gar nicht mehr so flachen Büsche mit Dornen oder die hochwachsenden Straußgräser. Es gelingt mir nicht immer, den Weg zwischen den Büschen zu finden, allerdings macht es auch ziemlich Spaß, die Büsche als kleine Sprungschanzen zu verwenden. Denn den dicken Fatbike-Reifen machen die Dornen nichts aus. Im Gegensatz zu meinen Schienbeinen, die irgendwann übersät sind von kleinen Verletzungen. Dornen haben kleine Piekser hinterla

ssen, die bluten, das Straußengras verursacht flache Schnitte in der Haut. Aber egal. Fatbiken ist heute ziemlich cool, da darf auch mal etwas wehtun.

Mitdem Fatbike durch die Namib-Wüste anden Atlantik.
Eine Tour mit Gerhard von Kapff, Autor des Buches „Wüstenblues“, Mit zwei Elefanten über die Alpen“ und „Abenteuer für Vater und Sohn“.
Weitere Touren von Gerhard von Kapff finden Sie auf dieser Seite, aber auch auf www.abenteuer-zum-nachmachen.com. Zusätzliche Infos sind auf der Seite www.abendsonneafrika.de und www.etcmarketing.de/ zu finden.

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